Alter: 45 Angemeldet seit: 22.11.2006 Beiträge: 3255 Wohnort: Wien
Verfasst am: 02.Jun.09 13:47 Nr: 17409 Titel: Mail-Interview mit einem Piraten: Thorsten Wirth
Im Anschluss an unsere Piraten-Debatte hab ich den "Piraten" Thorsten Wirth (Piratenpartei Hessen), dem ich seit einer Weile aus Interesse am Thema auf Twitter folge, um ein Mail-Interview gebeten - und er hat zugesagt. Nicht nur das: Er hat sich wirklich eine Menge Zeit dafür genommen, meine Fragen ausführlich zu beantworten - nicht einfach nur per Copy&Paste aus dem Parteiprogramm .
Bei der Formulierung meiner Fragen habe ich versucht, unsere Diskussion hier im Forum in all ihrer Kontroversität so gut es ging mit einzubeziehen. Ich hoffe also, dass sie auch für euch relevant und interessant sind.
Frage:Thorsten, du bist – wie man der Website deiner Partei entnehmen kann – Informatiker. Auch deine Kollegen sind soweit ich es überblicke großteils in dieser oder ähnlichen Branchen. Für viele Internetnutzer ist das eine total abgehobene Sphäre, mit der sie rein gar nichts anfangen können. Sind eure Themen denn für "Normalbürger" überhaupt von Interesse? Seid ihr nicht einfach nur Geeks und Nerds und abgehobene Spinner, die in einer internetten Fantasiewelt leben?
Thorsten Wirth: Sind eure Themen denn für "Normalbürger" überhaupt von Interesse?
Wir alle leben in einer Welt die mehr und mehr automatisiert und digitalisiert wird. Wenn du zum Amt gehst oder eine Versicherung abschließt, Geld abhebst oder einfach auf einen belebten Platz gehst, du bist in einem Netz aus Daten ein kleiner Teil des Ganzen. Dem kann sich niemand mehr entziehen. Unsere Fragen nach Datenschutz betreffen alle Menschen - egal wo und wie sie leben. Auch über Menschen die nicht das geringste mit Technik am Hut haben wollen, führt der Staat oder die Wirtschaft gründlichst Buch. Wir wollen das dass Recht auf informationelle Selbstbestimmung ernst genommen und auch durchgesetzt wird. Das ist heute nicht der Fall, Daten werden nach Belieben verknüpft und für teures Geld an jeden verkauft der sie haben möchte. Das ist aber nur eins von vielen Beispielen die ich zu Thema Datenschutz anführen kann. Das Urheberrecht ist ein anderer großer Punkt in unserem Programm. Wenn sie sich mal erinnern welches Aufheben die Urheberrechtsindustrie gemacht hat als es die ersten Kassettenrekorder gab: "Hometaping kills music“. Und letztlich hat sich die Urheberrechtsindustrie scheckig verdient. Wir wollen heute den Computer wie einen Kassettenrekorder benutzen dürfen, ohne kriminalisiert zu werden. Das geht alle an.
Seid ihr nicht einfach nur Geeks und Nerds und abgehobene Spinner, die in einer internetten Fantasiewelt leben?
Wir leben, lieben und arbeiten wie alle Menschen auch : ) . Ich glaube, dass uns die Potenziale der Informationsgesellschaft einfach deutlicher sind als anderen Menschen. Das liegt sicher an unseren Berufen, aber es ist natürlich eines unserer größten Probleme, diese Inhalte, die wir für gesellschaftlich immanent halten, auch zu denen zu transportieren, denen diese Fragestellungen nicht jeden Tag über den Weg laufen. Wir haben Geeks in der Piratenpartei, viele von uns sind Nerds aber in einer internetten Fantasiewelt leben wir mit Sicherheit nicht. Eher im Gegenteil, wir möchten gerne den einen oder anderen aus seiner Fantasiewelt aufwecken, dass er sich bewusst wird wie unser Leben mittlerweile schon von Computern beherrscht und dominiert wird.
Frage:Ein häufig gehörter Einwand ist: Ihr wollt das Urheberrecht abschaffen. Auch wenn ihr sagt, dem sei nicht so – laufen eure Forderungen nicht letztlich darauf hinaus? Quasi "geistiges Eigentum ist Diebstahl"?
Thorsten:
Vielleicht mal kurz vorweg. Der Begriff "geistiges Eigentum" existiert im deutschen Recht nicht. (Möchte mal auffordern, die Gedanken um diese Begrifflichkeit kreisen zu lassen und sich vergeistigtes Eigentum vorzustellen -> Meine Gedanken gehören mir, weil ich kein "Löschbutton" an meinem Kopf habe!)
Wir leben mittlerweile ich einer Informationsgesellschaft. Fast jeder hat einen Internetzugang und kann sich mit einem Mausklick massiv viele Informationen auf seinen PC laden. Dafür ist das Internet gebaut worden, dass ist der Sinn und der Zweck des Internets. Daten (von lat. dare = geben, datum = das Gegebene) sind kopierbar und wir kopieren ohne Unterlass Informationen aus dem Internet auf unseren Computer wenn wir das Internet benutzen. Nach der Argumentation der Urheberrechtsindustrie wäre das also schon Diebstahl!
Ich hoffe, dass Dilemma in dem wir uns befinden, wird damit etwas Deutlicher. Wo sollen wir einen Strich ziehen? Viele Angebote im Internet bieten uns urheberrechtlich geschütztes Material an (MTV.de, tausende von Internet-Radiosendern, Bilderdienste, Nachrichtenportale, ...) Wenn ich hergehe und mir diese Inhalte auf meinen Computer kopiere (sie nutze im Sinne des Erfinders) ist das in Deutschland, nicht verboten und nicht Illegal. Wenn ich mir die gleichen Inhalte aber bei Piratebay ziehe/sauge/Raubkopiere, dann ist das auf einmal ein Verbrechen. Ist das Logisch? Ich meine nein.
Wir, die Piratenpartei möchten die Möglichkeiten der globalen Vernetzung positiv nutzen und die Vorteile, die das für alle bringen kann aufzeigen. Die Musikindustrie & Filmindustrie hat Jahrelang nichts anderes getan als die Menschen zu verfolgen die, ihrer Meinung nach illegal, ihre Inhalte aus dem Internet kopiert haben. Statt sich diesem Medium positiv zu nähern, haben sie es zu ihrem Feind erklärt.
Frage (Fortsetzung):Und weiter: Wovon sollen Kulturschaffende, Softwareentwickler etc. in einer kapitalistischen Welt denn leben, wenn man die Produkte ihrer schöpferischen Arbeit zum Allgemeingut erklärt?
Thorsten:
Es gibt sehr viele Beispiele, gerade in der freien Wirtschaft, die zeigen wie unsere Gesellschaft von freier Software, freier Musik und vor allem anderen, freiem Wissen profitiert.
Freie Software: Software, die z.B. unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht wird (Datenbanken wie: PostgreSQL, MySQL, verschiedene Linux Distributionen, Entwicklungsumgebungen: z.B. Eclipse, Spiele, Webserver usw usf) sind aus unserer heutigen Infrastruktur kaum noch wegzudenken. Ohne sie würde es kein Internet geben! Nichts desto trotz wird diese Software kostenlos zum Download angeboten. Wie geht das? Zum einen leben diese Softwareprojekte von Firmen, die sie kommerziell nutzen und ihre Entwicklung auf freier Software aufgebaut haben. Also quasi ein kommerzielles Interesse an dieser Software haben (Vergleiche: Copyleft). Zum anderen leben sehr viele Softwarehäuser davon, diese freie Software, gegen Geld, ihren Kunden einzurichten und an die speziellen Bedürfnisse der Kunden anzupassen.
Freie Musik: Die allermeisten Musiker haben weder einen hoch dotierten Vertrag mit einem sogenannten Major Label (Universal Music Group, Sony Music Entertainment, EMI Group und die Warner Music Group), noch steht ihnen gut bezahlte Auftrittsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Internet bietet aber gerade diesen Musikern die Möglichkeit ihre Musik bekannt zu machen und so aus dem Schatten der Großen hervorzutreten. Aktuell, wandelt sich die Kultur zusehends. Immer mehr Musiker gehen dazu über ihre Musik im Internet kostenlos anzubieten und bringen es trotzdem oder gerade deshalb auf sehr gute Absatzzahlen beim Verkauf ihrer CDs. Viele Musiker entdecken das Internet als Vertrieb und machen sich komplett unabhängig von der Musikindustrie. Plattformen wie http://www.jamendo.com/de/ bieten diesen Musikern die Möglichkeit sich zu präsentieren, von Besuchern bewertet oder empfohlen zu werden und man kann ihnen einfach etwas Geld spenden. Das ist vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss, ist aber ein guter Anfang die Möglichkeiten des Internet zum Vorteil aller zu nutzen.
Infos:
http://musik.klarmachen-zum-aendern.de http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/content/artikel/von_musik_leben_koennen http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/88/
Freies Wissen (Stichworte Open Access und Wissensalmende): Wir alle haben in der Schule etwas gelernt. Sei es Mathematik oder die deutsche Sprache, Biologie, Sozialkunde etc. Nun stelle man sich vor, für dieses Wissen wolle jemand Geld haben weil er behauptet, es gehöre ihm. Klingt absurd aber die Bestrebungen der Urheberrechtsindustrie sind auf der suche nach neuen lukrativen Einnahmequellen an diesem Thema nicht vorbei gegangen. Wissen, welches in öffentlichen Universitäten "produziert" wird, wird zusehends durch patentrechtliche Regelungen quasi privatisiert. Die Industrie geht her und kauft Universitäten, oft auch Professoren, für relativ schmales Geld die Patente an Entwicklungen ab, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurden. Die Ursachen sind vielfältig, das geht von Lobbyarbeit in den Universitäten bis hin zur schlechten Finanzsituation in den Universitäten. Fakt ist: öffentlich finanzierte Forschung geht oft in die Hände der Industrie und diese macht dann weitere öffentliche Forschung an diesen Themen mit der Berufung auf ihre Patente, zu nichte. Es gibt unzählige weiter Beispiele für diese Machenschaften. Nachzulesen unter: “Wissensallmende Report 2009 - Wem gehört die Welt”
http://www.wissensallmende.de/report-2009/lesen oder zum Download unter:
http://www.wissensallmende.de/sites/default/files/... (15 MB PDF)
Frage:Zu Pirate Bay & Co.: Vom rechtlichen Aspekt einmal abgesehen: Ist es nicht zutiefest unmoralisch, etwas haben zu wollen, ohne dafür zu bezahlen, einfach nur weil es technisch möglich ist, es kostenlos zu bekommen? Ist das nicht wie virtueller Ladendiebstahl?
Thorsten:
Wenn sie von Diebstahl reden, dann sollten sie sich mal die Frage stellen: Wie kann man etwas stehlen, was noch da ist wenn ich es weg genommen habe? Denn ich nehme ja nichts weg sondern vermehre das was da ist. Dieser Ladendiebstahllogik entsprechend könnte man aber auch sagen: Wenn du das Internet betrittst fängst du mit diesem Ladendiebstahl doch schon an. Du lädst dir Inhalte von Webseiten die jemand produziert hat, du schaust die Texte von Bloggern an die alle kein Geld für ihre Texte bekommen. Warum ist das bei Musik anders? Ich muss in Deutschland sogar GEZ-Gebühren auf Internet fähige PCs bezahlen und sollt trotzdem ein Dieb sein? Das will mir nicht einleuchten. Wenn du Fernsehen schaust und dir eine Kopie der Sendung aufnimmst ist das, in Deutschland zumindest, erlaubt. Wenn du dir genau den gleichen Film aus dem Internet kopierst bist du ein Verbrecher. Ich finde, das macht keinen Sinn.
Frage:Oft gehört/gelesen: Was kümmert es mich, ob von mir Daten gesammelt werden und meine Kommunikation überwacht wird – ich habe doch nichts zu verbergen. Ich tue ja nichts Illegales. Und/oder: Dass man im Internet Spuren hinterlässt, ist ohnehin unvermeidlich. Mein reales Leben findet außerhalb des Internets statt und hat nichts mit meinen privaten Ausflügen in die virtuelle Welt zu tun. Was sagst du jemandem, der mit solchen Argumenten das, wofür ihr euch stark macht, als unwichtig abtut?
Thorsten:
Ich sage ihm: Wenn Sie glauben ihr Leben sei von dieser Datensammelei nicht betroffen, dann sollten sie sich keine Schnitzer in ihrem Lebenslauf erlauben. Ob sie eine Versicherung abschließen oder ins Ausland reisen wollen, ob beim Abschluss eines Leasingvertrags oder Ratenkauf, wenn sie sich bei einer Firma bewerben wollen oder für ihre Bürgerrechte Demonstrieren. Sie werden erfasst, kontrolliert, es wird gespeichert und kann gegen sie verwendet werden. Wenn sie die Datenskandale der letzten Monate mal Revue passieren lassen, immer ging es darum dass Arbeitgeber Informationen über ihre Angestellten und deren Privatleben gesammelt haben. Warum glauben sie, tun die das? Doch wohl nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, oder was denken sie? Kontrolle ist Überwachung und aus Überwachung resultiert Zwang. Menschen werden erpressbar, manipulierbar, sie ändern ihre Verhaltensweisen und sie können sich eines Tages fragen, warum spricht keiner mehr von seinem Privatleben, warum sind alle so förmlich und aufgesetzt. Vielleicht weil sie wissen das dass was sie sagen kontrolliert wird?! Zudem - und das ist der rechtsstaatlich relevante Grund: Haben die, die nichts zu verbergen haben, das Recht, diejenigen die etwas zu verbergen haben, überwachen zu lassen? Wer sein Recht auf Privatsphäre aufgeben möchte, darf das tun aber nicht diejenigen, die das nicht wollen dazu zwingen es auch tun zu müssen. Das sind die Konsequenzen dieser Gesetze.
Frage:Selbst wenn jemand eure Anliegen unterstützt und wichtig findet, so ist euer Parteiprogramm doch thematisch sehr eingeschränkt. Ihr lasst eine riesige Menge wichtiger politischer Themen einfach außen vor. Warum macht es trotzdem Sinn, euch zu wählen?
Thorsten:
Wir haben uns vor ca. drei Jahren gegründet. Unsere Motivation war und ist die unerträglichen politischen Verhältnisse in Bezug aus unsere Informations- und Wissensgesellschaft. Hier haben wir Kompetenz gesammelt und auch fähige Leute, die sich mit diesen Themen auskennen. Das wir nun nicht zu jedem Thema der politischen Wirklichkeit ein Programm aus dem Ärmel zaubern, hängt auch mit unserem Anspruch an uns selbst zusammen. Wenn wir keine Kompetenz auf diesem oder jenem Gebiet haben, so halte ich es für angebracht dazu auch den Mund zu halten. Zu unserer Rechtfertigung möchte ich aber gerne mal das Augenmerk auf die aktuelle Bundesregierung werfen. Kaum jemand fragt dort was die Damen und Herren für ihre Ämter befähigt. Ein von und zu Gutenberg wird Wirtschaftsminister, was hat dieser Mensch an Befähigung dazu außer CSU Mitglied zu sein? Das interessiert aber niemanden. Die kleinen Parteien hingegen müssen in allem eine Professur haben um diese Themen bearbeiten zu dürfen?! Leuchtet mir nicht wirklich ein. Wir haben unsere Schwerpunkte und sie sind unserer Auffassung nach gesellschaftlich relevant und sie werden weiter an Relevanz gewinnen. Davon bin ich absolut überzeugt. Und wie vor 30 Jahren, als die Umwelt zerstört und die Gesellschaft darüber aufgebracht war, hat sich deshalb eine neue Partei gegründet. Heute ist dies das Thema Informationsgesellschaft und es hat sich wieder eine neue Partei gegründet: die Piratenpartei.
Frage:Ihr seid eine junge, basisdemokratisch organisierte Partei. Noch kann bestimmt keiner davon leben, Pirat zu sein, wahrscheinlich steckt ihr sogar noch eigenes Geld rein, statt für eure Arbeit bezahlt zu werden. Was, wenn ihr Erfolg habt? Wenn du dir vorstellst, im Europaparlament oder im Bundestag zu sitzen – was würde sich für dich ändern? Denkst du, du wirst dein politisches Engagement in den Alltag eines Berufspolitikers hinüberretten können?
Thorsten:
Ich werde versuchen, mich nicht vom Politapparat auffressen zu lassen und weiterhin der zu bleiben der ich bin. Natürlich würde es Veränderungen geben, aber ich persönlich lebe schon mein ganzes Leben mit ständigen Veränderungen und mir macht das eher Spaß etwas Neues zu sehen und zu erleben als im immer gleichen Trott auf meine Rente zu warten.
Thorsten, herzlichen Dank für deine Antwortbereitschaft und den großen Aufwand, den du dir damit gemacht hast!
/edit: Ergänzung (2.6. 16:51):
Dieser Beitrag ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert (in Absprache mit dem Interviewee ) und darf unter den dort genannten Bedingungen frei verwendet werden.
So... die Diskussion ist eröffnet. _________________ Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will.
(Hanns Eisler)
Ma abgesehen davon, daß ich es großartig finde, dieses Interview hier zu lesen - quasi exklusiv - kann ich mich eigentlich nur dem guten Thorsten anschließen.
Verfickt und aufgepopelt, endlich ma eine Partei, mit deren Ansichten ich mich zu nahezu 100% identifizieren kann!
Hab ich schon erwähnt, wie affengeil es is, Forendiskussionen über eine Admöse - EINE ADMÖSE !!! NORMALERWEISE BODENSATZ MENSCHLICHEN SEINS - direkt zur Prominenz getragen zu erleben?
Mellipuss, ich bin begeistert. Und latent erregt.
Zuletzt bearbeitet von Ich bin zwei Öltanks am 02.Jun.09 21:28, insgesamt einmal bearbeitet
Alter: 45 Angemeldet seit: 22.11.2006 Beiträge: 3255 Wohnort: Wien
Verfasst am: 14.Aug.09 15:14 Nr: 18566 Titel:
Oh, danke für den Link. Hey, Hessischer Rundfunk - das ist ja richtig staatlich, oder? Also öffentlich-rechtlich halt.
Klingt gut. Sehr diplomatisch. Hm, grinsen musste ich bei der Stelle wo er über vd.L. sagt "wenn sie sagt, sie möchte Kinderpornographie" ... also jetzt, weil er den Satz nicht zuende bringt... ob das wohl Absicht war?
Bei dieser Gelegenheit: Das hier hab ich unlängst beim Googeln nach "Literarchie" gefunden:
http://www.freitag.de/community/blogs/insidex/interview-mit-einem-piraten
Nicht grade topaktuell, aber wenn du den Faden schon mal hochholst ... also, TW hat das Interview da gegen Mitte Juni in der Community des "Freitag" eingestellt. (Offenbar eine linke Qualitäts-Wochenzeitung, ich kenn mich in der deutschen Presse-Landschaft nicht so gut aus ... scheint jedenfalls von vielen Netizens gern gelesen zu werden.) Da unterstellt ein Kommentator aggressiv und mehrfach, es handle sich hier um ein parteiinternes Auftrags- oder Gefälligkeitsinterview. Irgendwie ärgert mich das. Fühlt sich geradeso an als hätt mich dieser blöde Kotzbrocken eine billige anonyme Polit-Nutte genannt, und das auch noch hinter meinem Rücken.
Bin ich schon wieder zu empfindlich?
Thorsten hat ja übrigens eh sehr gut gekontert und die Sache richtig gestellt. Nur wird ihm das keiner glauben, der es nicht glauben will. Derartige Dementis werden nie geglaubt. Das Naheliegende, nämlich dem Link hierher zu folgen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen, wird keiner machen, warum denn, ist ja viel bequemer, bei den eigenen Vorurteilen zu verharren.
Wenn ich das nächste Mal einen Politiker interviewe (falls ich das je wieder tun sollte), bind ich mir vorher eine Krawatte um und wasche mir die Füße. Versprochen! _________________ Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will.
(Hanns Eisler)
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