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Die Wahrheit :: Genitalherpes (CopyPasteText) vom Arschlecken am Irrsinn ...  
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Moritz





Angemeldet seit: 29.10.2009
Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 03.Nov.09 19:10 Nr: 19586    Titel:  Schreibverkettungsdingszeug

Eigentlich mochte Moritz keine Haustiere. Bis sie kamen, Pünktchen und Anton. Schwarzweiß gefleckte Waldkatzen, angenehm kleinwüchsige Exemplare ihrer Gattung. Seine langsam wachsende Freude an den neuen Hausbewohnern wunderte ihn. Aber umso besser, sie würden ja lange Zeit zusammenbleiben.

In diesem Glauben hatte er den Vertrag unterschrieben. Dreißig Jahre Kredit für ein schön gelegenes Reiheneckhaus. Längst wohnen andere Leute dort. Nur Pünktchen und Anton sind in der Gegend geblieben.

Gleich neben dem Grundstück beginnt ein schöner Wirtschaftsweg. Entlang der Felder zu einer weit alleinstehenden, ehemaligen Mühle. Einmal ging Moritz dort wieder spazieren. Der hochstehende Sommerweizen war so einladend, doch wie freudlos die Schritte. Im Gedenken jener zäh gelebten Hoffnungslosigkeit zwischen Mann und Frau. Bei sorgfältiger Erfüllung der täglichen Aufgaben, die Kinder hatten es gut. Ihr prächtiges Gedeihen hielt den Laden zusammen.

Bis zu der mutigen Aussprache, nach all den verschwommenen Jahren. Dann die plötzliche Empfehlung dazu. Man muss nicht lieben, ach so. Danke auch, warum erfahren wir das erst jetzt? Wirklich einfach und bitter die Frage des Therapeuten: Warum meinen sie denn, dass sie lieben müssen?

War die ganze Mühe auch ein falscher Weg? Darauf musste dringend eine Antwort her. Wie ein wildes Verlangen nach Sinn, ein Aufbegehren der Verzweiflung, fünfzehn Sommer für die Katz? So durfte es doch nicht stehen bleiben, eine Suche beginnt.

Allmählich strömt Versöhnung ins Gefühl. Die Gespenster der Vergangenheit toben nur selten. So kann es bleiben, erstmal für immer.
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EMJu




Alter: 40
Angemeldet seit: 04.01.2009
Beiträge: 581

Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 03.Nov.09 21:09 Nr: 19588    Titel:  

Noch immer drehen sich meine Flügel langsam im Wind, obwohl sie lange schon kein Mahlwerk mehr bewegen. Bin nur noch ein Denkmal, Abbild einer längst vergangenen Zeit. Gelegentlich setzen sich Spaziergänger auf die Holzbank am Fuße meiner alten Turmmauer, ruhen sich aus und strecken ihre Beine von sich, um bald schon weiterzugehen. Ich aber stehe hier, heute, morgen und vielleicht in hundert Jahren noch, und lausche ihren Gedanken.
Es ist schon sonderbar, wie sie so ticken, diese Menschen. Anders als die Katzen, die manchmal ihre Jungen in mir gebären, sie großziehen und dann fortjagen. Menschen halten an allem fest. Versuchen die Dinge und Wesen um sich herum zu greifen, sich anzueignen, sie zu Teilen ihres Lebens zu machen. Und wenn sie dabei scheitern, verkraften sie es kaum. Sie sollten von den Katzen lernen. Die kennen keinen Besitz, nehmen nur, was sie brauchen. Was sie behindert, stoßen sie fort. Menschen nicht. Sie klammern sich an alles, ganz gleich, ob es sie behindert oder gar erdrückt, wollen es nur halten, können nicht loslassen, nicht frei sein.
Ich hab leicht reden, kann ja auch nicht frei sein, stehe schon über dreihundert Jahre am selben Fleck, tue immer dasselbe, zumindest dem äußeren Schein nach. Aber ich habe auch keine andere Bestimmung.
Welche Bestimmung haben die Menschen? Geboren werden, aufwachsen, selbst Kinder zeugen, sterben? Gab ihnen ihr Schöpfer dafür so einen brillianten Geist? Oder haben sie eine ganz andere Funktion in der allumfassenden Weltmühle, eine Aufgabe, die sie nur deshalb kaum erfüllen können, weil sie zu sehr mit geboren werden, aufwachsen, selbst Kinder zeugen und sterben beschäftigt sind?
Wenn ich ein Mensch wäre, ich wüsste, was ich täte. Ich würde immer in Bewegung sein, mir alles auf der Welt anschauen, aber nichts mitnehmen, das mich belasten, beschweren könnte. Ich würde jeden Ort, jede Pflanze, jedes Tier studieren, jede Sprache lernen, singen, tanzen, lachen. Und wenn ich schwere Stunden hätte, schriebe ich auf, was ich gesehen und gelernt hätte, um es mir so wieder zurückzuholen und Lust auf Neues zu machen.
Ja, wenn ich ein Mensch wäre, ich würde keinen Tag mit Trauer um Verlorenes vergeuden. Was kann man denn schon halten? Was?
Eines gibt es da, das ich gar nicht verstehe. Es ist diese Sache mit der Liebe. Was ist sie, woraus besteht sie und warum ist sie ihnen so wichtig?
Ich habe es oft beobachtet, wie sie miteinander umgehen, wenn sie sich lieben. Sie sind dann so anschmiegsam, so zugetan und gar nicht mehr sie selbst. Machen ganz verrückte Dinge, ganz und gar wider ihren Verstand. Und dann wundern sie sich, dass sie das nicht ein Leben lang durchhalten. Dabei können sie das doch auch gar nicht, sehen sie denn das nicht? Es ist doch wider ihre Natur.
Oder doch nicht? Ist es am Ende gar Teil davon?
Wie gut, dass ich nur eine Mühle bin. Muss mich nicht mit solcherlei Irrsinn quälen.
Wobei... Neugierig wäre ich schon.
_________________
Tempora mutantur, nos et mutamur in illis
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Moritz





Angemeldet seit: 29.10.2009
Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 04.Nov.09 17:08 Nr: 19592    Titel:  

Uuuh Emu, eine Mühle, die neugierig auf Irrsinn ist...

Kram, kram in den ganz normalen Spinnereien, die mir dazu einfallen könnten. Vielleicht flöge sie wie Karlsson vom Dach über die Stadt, einen Propeller hätte sie ja dafür. Doch erstmal fort damit - ich nehme stattdessen einen Augenblick Leben in den Siebzigern, ein Ferienerlebnis, irgendwo in Deutschland. Im Wohngeschoss eines Bauwerks, das bestimmt mal mächtige Flügel hatte. Viele junge Leute hocken auf dem Boden herum. Sie hören Musik und schauen sich jemand aus. Jemand für noch näher zu sich hin. Ohne zuviel Fragen, ohne langes Reden. Das Tagtraumthema erwies sich in der Wirklichkeit allzu verunsichernd. Lustiger Gedanke, solche alten Bilder mal in die Gegenwart zu transportieren, nein, wie albern. Aber klar, der Mühle würde ich es wieder gönnen, nur steht sie fünfhundert Kilometer weit weg. Sonst würde ich mal schauen, was aus ihr geworden ist.

Moritz, heut wieder retrospektiv, (genug jetzt damit), dankt dir für das schöne Feedback
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