Nichts ist, wie es scheint.
Du denkst nur so.
Nichts ist richtig oder falsch.
Du meinst nur so.
Am Horizont drehen sich die Windmühlenflügel,
als wollten sie mich verspotten.
Komm, komm, kämpfe gegen uns.
Wir werden dir helfen die Wahrheit zu finden.
Komm, komm, kämpfe gegen uns.
Wir zeigen dir, wer du wirklich bist.
Komm, kämpfe gegen uns.
Wir zertrümmern dir den Schädel.
Es wird schnell gehen, du wirst nichts spüren.
Komm, kämpfe gegen uns.
Als ich mich abwende, wandert mein Blick
zum Schreibtisch auf all die wichtigen Dinge,
für die ich kämpfen werde bis zum Schluss.
Am Horizont drehen sich die Windmühlenflügel.
Nichts ist, wie es scheint.
Du denkst nur so.
Nichts ist richtig oder falsch.
Du meinst nur so.
Zuletzt bearbeitet von NDK am 24.Nov.06 19:02, insgesamt einmal bearbeitet
Alter: 45 Angemeldet seit: 22.11.2006 Beiträge: 3364 Wohnort: Wien
Verfasst am: 24.Nov.06 17:57 Nr: 301 Titel:
Hallo NDK,
dein Gedicht spricht mich an. Ich bin zu wenig "Lyrikerin", um es "beurteilen" zu können, aber es sagt mir etwas, spricht mich einfach auf emotionaler Ebene an und ist für mich nachvollziehbar.
Interessant für mich auch: Ich kann mich nicht erinnern, von dir schon mal Vergleichbares gelesen zu haben, es ist viel schlichter und irgendwie härter im Stil als die Gedichte, die ich bisher von dir kenne.
Vermutlich spricht es mich gerade auch deshalb stark an. Weil ich mit Prosagedichten vielleicht einfach mehr anfangen kann als mit sehr lyrischen Texten.
Ich mag es.
Liebe Grüße
Mel _________________ Das Eigentümliche bei Adorno ist, dass man nie recht weiß, was er eigentlich will.
(Hanns Eisler)
Prosa/Prosalyrik war bis jetzt nicht mein Thema. Ich denke, das merkt man hier. Der Text kommt mir im Mittelteil selbst noch etwas ungelenk vor.
"Wir zertrümmern dir den Schädel." kann man vielleicht noch am ehesten nachvollziehen, wenn man mal persönlich unter einem von den Windrädern neuerer Technologie gestanden hat.
Jedenfalls war mir die Grundidee wichtig - die Unsinnigkeit für oder gegen etwas zu kämpfen, obwohl man die gesamte Situation kaum "richtig" einschätzen kann, und deshalb im Grunde auch nie wirklich gewinnen kann...
Hallo NDK,
ich finde gerade diese Zeilen sehr aussagekräftig, sie wirken:
Zitat:
Wir zertrümmern dir den Schädel.
Es wird schnell gehen, du wirst nichts spüren.
Die Bedeutung des geflügelten Wortes "Kampf gegen Windmühlen" ist ja: Lass` es sein, du wirst niemals dagegen ankommen und dich den Rest deines Lebens damit beschäftigen müssen. Du bringst es dadurch in einen anderen Kontext, nämlich in meinen Augen den, dass ein Aufgeben oder überhaupt Sehen von Windmühlen auch eine (gedankliche/gefühlsmäßige) Aufgabe bedeuten kann.
Irgendwie heißt das für mich: Relativismus ja, aber und das finde ich gut. Ja, die Realität ist Fiktion, aber es gibt Dinge, die für mich klar sind, die ich klar haben will.
Das Gedicht hat, davon abgesehen, eine klasse Melodie.
LG, Dani
Danke Dir, Dani, für diese klugen und wichtigen Gedanken.
Es gibt für alles naturgegeben Grenzen. Wenn man die nicht erkennt, verliert man sich leicht in den eigenen Illusionen. Das Aufwachen kann dann sehr unangenehm sein.
Ein Beispiel: Manchmal hört man Sprüche wie "Ein Leben lang habe ich mich aufgeopfert für eine Sache oder einen Menschen, und zum Schluss stand ich mit leeren Händen da". Wenn man rechtzeitig erkannt hat, dass man diesen leeren Hände kaum entkommen wird, einfach weil sie zum Leben dazu gehören, kann man das, was einem begegnet, wirklich wertschätzen - und zwar in dem Moment, wo es einem begegnet. Äußere Grenzen zu akzeptieren kann also auch heißen, das Wesentliche in dem zu finden, was längst vorhanden ist.
Liebe Grüße, NDK _________________ Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
(Christian Friedrich Hebbel)
Äußere Grenzen zu akzeptieren kann also auch heißen, das Wesentliche in dem zu finden, was längst vorhanden ist.
- das hast du gut gesagt, ndk.
versteh auch dein gedicht inzwischen besser.
für mich entnehme ich aus deinem gedicht:
windmühlen sind nicht mein bier. hab ich doch düsenjäger in meinem kopf.
lg
Alter: 58 Angemeldet seit: 23.11.2006 Beiträge: 702
Wohnort: nähe von hannover und wolfsburg
Verfasst am: 04.Dez.06 03:21 Nr: 1377 Titel:
ich finde, dies gedicht sehr stark in der aussage.
auch wegen der abwägung - nicht sinnlos kämpfen - aber für das was wichtig - da ist kampf angesagt - weil es sinn macht.
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen